European Aquatics hat die besten Schwimmer*innen 2025 verkündet – und der Name des Siegers kommt durchaus überraschend. Wer bei Männern und Frauen gewonnen hat und wo die DSV-Aktiven gelandet sind, liest du hier.
Europas Schwimmer des Jahres 2025 ist – nicht etwa Weltschwimmer Léon Marchand. Der Franzose, der erst kürzlich die Wahl bei World Aquatics gewonnen hatte, musste sich auf kontinentaler Ebene nach seinem Sieg 2024 diesmal mit Platz zwei begnügen. Sieger der Abstimmung wurde stattdessen David Popovici aus Rumänien, der sich mit 37,94 Prozent der Stimmen knapp gegen Marchand (31,52) durchsetzte. Bei den Frauen gewann die Niederländerin Marrit Steenbergen.
Popovici hatte bei den Weltmeisterschaften in Singapur Gold über 100m und 200m Freistil gewonnen und somit sein Double von 2022 wiederholt. Dabei verbesserte er über die 100m-Distanz seinen eigenen Europarekord auf 46,51 Sekunden – nur 0,11 Sekunden über dem Weltrekord. Zuvor war der 21-Jährige bereits bei der U23-EM über diese beiden Strecken erfolgreich gewesen – auch dort schon mit Europarekord über 100m, den er dann bei der WM nochmals verbessern konnte.
© Istvan Derencsenyi/World AquaticsDavid Popovici aus Rumänien ist Europas Schwimmer der Jahres 2025.
Marchand holte in Singapur ebenfalls zwei WM-Titel über 200m und 400m Lagen und sowie einmal Silber mit der Staffel. Dabei stellte er über die kürzere der beiden Strecken bereits im Halbfinale mit 1:52,69 Minuten einen Weltrekord auf – einen von nur weltweit zweien bei den Männern auf der Langbahn in diesem Jahr. Den anderen hatte im April 2025 bekanntlich Lukas Märtens aufgestellt. Der Magdeburger unterbot über 400m Freistil in 3:39,96 als erster Schwimmerdie 3:40-Minuten-Marke und feierte im Sommer über diese Strecke dann auch den Weltmeistertitel. Bei der Abstimmung von European Aquatics reichte diese Fabelleistung dennoch „nur“ für Platz vier, hinter dem Ungarn Hubert Kós (16,57 Prozent) und vor Maxime Grousset aus Frankreich. In das Ergebnis flossen wie im Vorjahr die Abstimmungen der nationalen Verbände sowie von European Aquatics zu 70 Prozent ein und die öffentlichen Stimmen der Fans zu 30 Prozent.
Bei den Frauen triumphiert die Niederländerin Marrit Steenbergen
Ebenfalls Vierte wurde bei den Frauen Brust-Weltmeisterin Anna Elendt (SG Frankfurt). Sie war in Singapur von der Außenbahn zum Titel gestürmt und sorgte damit für eine der schönsten Geschichten im deutschen Schwimmsport des vergangenen Jahres. Sie erhielt 15,23 Prozent der Stimmen. Vor ihr landeten bei der Wahl von Europas Schwimmerinnen des Jahres nur Siegerin Marrit Steenbergen mit 36,29 Prozent, die Italienerin Simona Quadarella, die bei WM und EM zahlreiche Medaillen gewann (24,48), sowie Ruta Meilutytė aus Litauen (16,34). Die Top Fünf komplettierte Roos Vanotterdijk (BEL/7,66).
Marrit Steenbergen wurde in Singapur Weltmeisterin über 100m Freistil und verteidigte damit erfolgreich ihren Titel aus Doha (QAT) 2024. Auch mit der niederländischen Staffel schwamm sie aufs WM-Podium und gewann Bronze über 4x100m Freistil. Im Dezember räumte sie dann auch bei der Kurzbahn-EM in Lublin (POL) kräftig ab. Mit fünf Goldmedaillen und fünf Europarekorden war sie der Star dieser Titelkämpfe.
© Aniko Kovacs/World AquaticsDie Niederländerin Marrit Steenbergen sicherte sich die Auszeichnung bei den Frauen
Bekanntgegeben wurde in der Zwischenzeit auch Europas Wasserballer des Jahres. Hier ging die Auszeichnung für 2025 an Alvaro Granados, in Singapur Weltmeister mit Spanien und außerdem wertvollster Spieler des Turniers.