250 Millionen Euro für 150 Bäder: Diese Schwimmhallen werden saniert

Raik Hannemann
Raik Hannemann
15:45

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat ausgewählt, welche Projekte Fördergelder vom Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“ erhalten. DOSB und DSV verweisen darauf, dass noch viel mehr Mittel benötigt werden.

© pa/SZ

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am Mittwoch (23. September) die Projekte des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“ (SKS-Schwimmbäder) ausgewählt. Damit erhalten zahlreiche Kommunen in ganz Deutschland die dringend benötigte Unterstützung zur Sanierung und Modernisierung ihrer Frei-, Hallen- und Sportbäder in Höhe von rund 250 Millionen Euro.

Übersicht aller geförderten Projekte aus dem Programm SKS-Schwimmbäder

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) begrüßen, dass die Koalition die Mittel aus dem Sondervermögen für den Sport mobilisiert hat, obwohl der Bund nicht primär für die Sportstättenförderung zuständig ist. Gleichzeitig weist der DOSB als Dachverband des Sports darauf hin, dass die aktuellen Mittel bei weitem nicht ausreichen, um den bestehenden Sanierungsstau zu beheben. Für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung der Förderlinie sieht der DOSB weiterhin grundlegenden Handlungsbedarf.

Projektanträge für 800 weitere Bäder sind leer ausgegangen

DSV-Präsident David Profit sagte: „Als Deutscher Schwimm-Verband sind wir sehr dankbar für die Zuteilung der Mittel durch den Haushaltsausschuss. Die Wasserflächen bilden schließlich die notwendige Grundlage für eine Verbesserung der Schwimmfähigkeit in der Bevölkerung, nachdem diese in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen war. Die zigfache Überzeichnung des Programms zeigt aber auch auf, dass eine Fortsetzung in den kommenden Jahren dringend erforderlich ist. Wir wünschen uns dabei, dass diese Infrastrukturmittel gemäß des in der Bäderallianz entwickelten Schwimmbadplans gezielt für Bäder mit Zeiten für Schulen, Schwimmvereine und Schwimmschulen eingesetzt werden.“

SKS-Projekte geordnet nach Bundesländern

Schon in der Antragsrunde des Programms, die bis Mitte Juni lief, hatte sich der enorme Bedarf gezeigt: Fast 1.000 Projektanträge mit einem beantragten Fördervolumen von 3,2 Milliarden Euro wurden eingereicht. 250 Millionen Euro standen zur Verfügung. Das entspricht einer 13-fachen Überzeichnung des Programms. Die enorme Nachfrage macht deutlich, wie groß der Sanierungsbedarf bei kommunalen Schwimmbädern ist. Letztendlich reichten die Mittel nur für 150 Projekte. Leer ausgegangen sind damit rund 800 Projektanträge.

Schon im Herbst soll das nächste SKS-Programm starten

Michaela Röhrbein, Vorständin Sportentwicklung des DOSB, betonte: „Schwimmbäder nehmen als Sportstätten in unserer Gesellschaft eine besondere Rolle ein. Sie sind zentrale, soziale Treffpunkte, hier lernen unsere Kinder schwimmen, Senior*innen können sich im Wasser fit halten und etwas für ihre Gesundheit tun und die nächste Generation von begeisterten Schwimmer*innen entdeckt ihre Leidenschaft für den Sport. Es braucht deshalb dringend moderne, einladende Bäder in unserem Land.“

Zuwendungshöhe von SKS-Projekten in einzelnen Bundesländern

Bereits im Frühjahr hatte der Haushaltsausschuss die Projekte im allgemeinen Förderprogramm zur Sanierung kommunaler Sportstätten (SKS) ausgewählt und die erste Tranche von 333 Millionen Euro verteilt. Hierbei wurden neben Sportplätzen und -hallen auch Schwimmbäder berücksichtigt. Noch in diesem Herbst soll der nächste Projektaufruf für das SKS-Programm gestartet werden.

Auch von den Ländern: Sportmilliarde muss konsequent umgesetzt werden

Michaela Röhrbein weiter: „Die von der Koalition angekündigte Sportmilliarde erwacht Stück für Stück zum Leben. Wir sehen, dass die Politik Einsatz zeigt und sich um die Sportstätten im Land kümmert. Dieser Einsatz kommt direkt vor Ort bei den Menschen an, die Sportvereine und ihre Millionen von Mitgliedern sind dankbar für diese Unterstützung. Aufgrund der enormen Höhe des Sanierungsstaus im Sport braucht es für langfristige und nachhaltige Effekte aber die gesamte Sportmilliarde jährlich. Ich hoffe deshalb sehr, dass der Haushaltsausschuss das Programm weiterentwickeln und aufstocken wird sowie weitere Runden plant.“ Der DOSB appelliert zudem an die Länder, die im Kern für die Förderung der Sportstätten zuständig sind, eine Investitionsoffensive für Sportinfrastruktur zu starten.

Transparenzhinweis: Die neu geordneten Listen mit SKS-Projekten wurden mithilfe von KI erstellt.