Cameron McEvoy sprintet Fabel-Weltrekord über 50m Freistil

Raik Hannemann
Raik Hannemann
13:41

Bei den China Open verbessert Australiens Olympiasieger die Bestmarke aus Zeiten der Hightechanzüge.

Der australische Schwimmer Cameron McEvoy jubelt nach seinem Weltrekord über 50m Freistil bei den China Open 2026 in Shenzhen© ZHOU LIU FU / 2026 China Open Swimming Championships

Cameron McEvoy war drei Hundertstel schneller als der Brasilianer Cesar Cielo, der seinen Weltrekord 2009 noch im Hightech-Anzug schwamm

Der schnellste Schwimmer der Welt ist seit Freitag Cameron McEvoy. Der 31 Jahre alte Australier kraulte die 50m Freistil bei den China Open in Shenzhen in 20,88 Sekunden und verbesserte damit den bisherigen Weltrekord von César Cielo (BRA) um drei Hundertstelsekunden.

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Das Besondere dabei: Cielo hatte diese Bestmarke im Jahr 2009 in einem der damals noch erlaubten Hightechanzüge aufgestellt. Lange Zeit schien diese Zeit dadurch unerreichbar. Doch nun schrieb der Olympiasieger, der für ungewöhnliches Training bekannt ist, die Geschichte des Schwimmsports neu. In Shenzhen ließ er übrigens US-Star Jack Alexy (21,57) und Landsmann Kyle Chalmers (22,01) weit hinter sich – sieben Zehntel betrug sein Vorsprung auf den Zweitplatzierten, im Sprint eine Ewigkeit.

 

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Cameron McEvoy: Nur ganz wenig Training im Wasser

Und ganz nebenbei war McEvoy damit auch schneller als der Grieche Kristian Gkolomeev, der 2025 in Vorbereitung auf die umstrittenen Enhanced Games in einem alten Hightechanzug und nach eigenen Angaben auch unter Anwendung unerlaubter Dopingmittel 20,89 Sekunden gekrault war.

Nach seiner dritten Olympiateilnahme 2021 hatte sich McEvoy noch ausgebrannt gefühlt und sich vom Sport zurückgezogen. Nach zwei Jahren Sportstudium fragte er sich dann aber, ob Methoden aus dem Hochleistungstraining andere Sportarten wie Gewichtheben oder Bahnradfahren auch beim Schwimmen angewendet werden könnten. Der Sprintstar beschloss, dem Wasser eine letzte Chance zu geben, aber er wollte es völlig neu angehen.

Mit Tim Lane fand er einen geeigneten Coach dafür und probierte vieles neu aus. Schwimmtraining steht seitdem nur viermal die Woche an. Es wird dabei nur schnell geschwommen, zusammen meist keine 1.000 Meter. Für den Sprint offenbar der richtige Ansatz. Denn nun ist McEvoy tatsächlich der schnellste Schwimmer aller Zeiten.

 

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Die weiteren Sieger*innen des Tages

50m Freistil Frauen: Siobhan Haughey (HKG) 24,41

100m Rücken Männer: Pieter Coetze (RSA) 52,73

400m Lagen Männer: William Petric (AUS) 4:11,41

200m Freistil Frauen: Mollie O’Callghan (AUS) 1:53,52

100m Brust Männer: Dong Zhahao und Zheng Yinghao (beide CHN) 59,83

200m Brust Frauen: Kate Douglass (USA) 2:21,03

1500m Freistil Männer: Zhang Zhanshuo (CHN) 14:51,93